”Gritibänze bache” im Ortsmuseum         von Osci Bamert, Obmann

Traditionsgemäss öffnen wir am 1. Sonntag im Dezember das Ortsmuseum speziell für Kinder mit Eltern. Ja, diese Formulierung ist richtig so. Die Kinder sind angesprochen, darum bringen sie die Eltern mit. (Welch freudige Aussage!) Am ”Grittibänze-Träff” darf unser Nachwuchs im Raum des Ackerbaus an Tischen mit Teig ”Bänze” formen, dekorieren und mit Eigelb einstreichen. Die Mitglieder der Ortsmuseumskommission sind sehr motiviert und unterstützen die Kinder, wenn die Handhabung noch ungeübt ist. Danach zieht sie der Duft aus der alten Küche (aus dem 19. Jahrhundert) magisch an. 

Hier spitzen sie ungläubig die Ohren, die Augen werden gross, wenn das Wasserschiff im Herd erklärt wird. „Was, das war früher der einzige Ort, wo es heisses Wasser gab? Wo war der Wasserhahn?“ In der Küche ist es durch die Holzverbrennung im Kachelofen unüblich warm. Öffnet man die Ofentür, spüren sie die Wärme noch eindrücklicher und der Duft des gebackenen Teigs steigert die Vorfreude auf das eigene Backwerk.

Aber wie funktioniert der Backofen überhaupt? Ich öffne beim Erklären die Verschlüsse in der Wand, welche der Kaminfeger zum Reinigen braucht. Nun sieht man die Kanäle in der Seitenwand des Kachelofens, durch welche der heisse Rauch in Richtung Kamin geführt wird. Die Durchflussmenge wird durch einen Schieber vor dem Kamin geregelt.Oft holen die Kinder nach diesen Erläuterungen ihre Eltern in die Küche, um das erhaltene Wissen gleich weiterzugeben. Das ist jeweils ein zusätzlicher Höhepunkt einer Begegnung mit der Vergangenheit. Ich bin immer wieder erstaunt, was für gescheite Fragen bei solchen Erläuterungen gestellt werden.
Die heimelige Küche birgt noch viele kleine „Wunder“, wie eine geflickte Pfanne, eine reparierte Steingutschüssel, einen alten Apfelschäler oder eine Buttermaschine und eine Holzform, um damit ”Buttermödeli” zu machen.

Unser Museum zeigt sehr eindrücklich, wie früher Arbeitsvorgänge mit ganz einfachen Geräten erleichtert wurden. Diese können aus Holz, Eisen oder Stein gefertigt sein. Sie zeigen aber auch, wie viele Gesetze aus der Physik bereits bekannt waren (z.B. das Hebelgesetz). Weil diese Vorrichtungen offen sind, können die Kinder auch die Funktion leicht erkennen, es sind eben keine ”Blackboxen”.

Nach diesen vielen Eindrücken führt uns der Weg noch in die alte Bauernstube mit dem grünen Kachelofen. Seit letztem Mittefasten ist dieser Raum „altertümlicher“ eingerichtet. So hängen Unterhosen mit Stickereien an alten ”Chlüpperli“ hinter dem Ofen. Zusammen mit dem Röhrenradio und antiken Möbeln vermitteln viele Gegenstände die „alte“ Gemütlichkeit. Hier servieren wir Ihnen Heidis Zopf, ”Elsässerspäck” und -Salami, Wein, sauren Most und Mineralwasser.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Impressionen und Emotionen den Speck durch den Mund gezogen zu haben. Wenn Sie solche Momente mit ihren Kindern oder auch allein erleben wollen, müssen Sie nicht lange warten. Bereits am 6. Januar 2019 öffnen wir wieder die Türen, speziell auch für die Kinder. Weitere Öffnungsdaten finden Sie hier.  

Das Ortsmuseums-Team wünscht Ihnen ein ”gfreutes” neues Jahr. Wir sind bereit für Ihren Besuch.