Kachelofen

Der grüne Kachelofen in der Stube des Museums

von Paul Isenring

Wohlige, wohltuende Wärme

Sie fühlen sich wunderbar, es geht ihnen gut, Sie sind entspannt, es ist heimelig warm. Um Sie herum sitzen Frauen und Männer, die angeregt miteinander plaudern. Gerne bleiben sie in diesem Raum sitzen. Sie sind in der Stube des Ortsmuseums Unterengstringen. Während es draussen feucht und kalt ist, spendet der grüne Kachelofen Wärme. Er wurde in der Zeit gebaut, als das Haus zur Weid errichtet wurde. Wenig musste geflickt oder erneuert werden. Doch warum verbreitet ein Kachelofen so viel Behaglichkeit?

Der Grund liegt in den Eigenschaften der Kacheln und des Innenaufbaus, Wärme zu speichern und sie langsam und gleichmäßig wieder abzugeben. Die Strahlungswärme der Keramik ist der Wirkung von Sonnenstrahlen am ähnlichsten. Da es bei Kachelöfen zu keiner starken Luftzirkulation kommt, werden Schleimhäute und Atemwege auch nicht durch aufgewirbelten Staub belastet. Die langwellige Strahlungswärme eines Kachelofens entspannt die Muskulatur nachhaltig und die beruhigende, anregende Wärme fördert die Durchblutung. Abwehrzellen gelangen schneller an ihren Einsatzort und aktivieren dort die Selbstheilungskräfte des Körpers.

Unsere gut gelagerten Holzbürdeli brennen rasch, beinahe rauchfrei in ca. einer Stunde ab. Der Ofen reagiert langsam. Nach gut einer Stunde wird etwas Wärme im oberen Teil spürbar und nach weiteren 3 Stunden strahlt der Ofen seine gesunde Wärme ab.